Wir haben uns lange überlegt wie wir Havanna am besten besichtigen können. Auf jeden Fall raten wir euch wirklich, euch lange Zeit zu nehmen um einfach durch die Altstadt zu schlendern und alle Eindrücke aufzunehmen. Das haben wir einen ganzen Tag lang gemacht und es war traumhaft. Wir sind durch die Gassen gezogen, haben uns einfach treiben lassen. Wenn es uns in den Sinn gekommen ist haben wir uns in ein Lokal gesetzt und den anderen dabei zugesehen. Oder wir machten es – Kuba like und haben uns einfach an den Straßenrand gesetzt. In Havanna könnt ihr euch so richtig treiben lassen.

Wir sind aber dann auch draufgekommen, dass Havanna relativ weitläufig ist und wir so in 3 Tagen lange nicht alles sehen werden. Zugegeben, von alles sind wir immer noch weit entfernt, aber ich denke einen Großteil haben wir auf unsere Art geschafft. Wir sind am Malecon mit einem Taxifahrer ins Gespräch gekommen und mit diesem – und seinem 86 Jahre alten Chevrolet haben wir die Stadt erkundet.

Danke an dieser Stelle an Carlo! Sein Großvater hat den Chevrolet damals um 500 Dollar gekauft und ihn an seinen Vater und dieser dann an ihn vererbt. Heute hat das Teil zwar keine Fenster mehr, aber wer braucht die schon? 😂

Angefangen haben wir in einer kubanischen Schule. Dem „Seminario San Carlo y San Ambrosio“ die Schule wurde 1689 errichtet und wir waren erstaunt wie gut sie erhalten war. Spannend finden wir auch, dass hier auf Kuba generell jeder studieren darf. Ein Land in dem Bildung tatsächlich noch kostenlos ist. Die Kehrseite ist natürlich, dass man sich nach dem Studium für den Staat 4 Jahre verpflichtet und quasi ausschließlich für diesen arbeitet. Kostenlos ist also relativ 😉 dafür hat aber jeder, egal ob arm oder reich, die gleichen Chancen auf Bildung.

Weiter geht’s zur Havana Cathedral, diese steht gleich hinter der Schule. Die Jesuiten haben 1748 begonnen sie zu bauen. Und wenn es wahr ist, ist hier das meiste noch original. 

Los geht’s ins Museo de la Revolución. Hier erfährt ihr alles über die Geschichte Kubas. Ihr könnt auch zb Waffen und Kappen von Camilo Cienfuegos und Che Guevara begutachten. Wir waren ehrlich beeindruckt. Das Museum ist übrigens der ehemalige Präsidentenpalast. Der Blick aus dem Balkon bot uns dann ein typisch kubanisches Bild. Ein kaputtes Auto und alle schrauben daran rum.

Es war Zeit der Altstadt zu entfliehen, mitten in die Arme des Cementerio Cristóbal Colón. Tatsächlich sehr mystisch. Der Friedhof hat einen Umfang von 12 Kilometer. Und ist in etwa 56 Hektar groß. Sooo viele Gräber, Mausoleen, Galerien und Grabkapellen haben wir noch nie auf einem Haufen gesehen! Angeblich gibt es eine Sage die meint, dass der Gründer des Friedhofes am Tor begraben wurde und den Friedhof nun bewacht. 

Eine weitere Sage ist die der La Milagrosa. Sie gilt als Beschützerin der kranken Kinder, sowie der unfruchtbaren und leidenden Mütter. Hier Pilgern unfassbar viele Menschen her um die Erfüllung ihrer Wünsche herbeizusehnen. 

Weiter geht’s zum Parque Almendares, auch Wunderwald genannt. Es gibt hier unfassbar riesige Bäume die ihren Ursprung in Afrika haben und irgendwann als Samen importiert wurden. Heute sind sie ewig alt und unglaublich riesig. Der Park scheint tatsächlich die Ruheoase der Stadt zu sein. Mojito bestellen, auf ein Bankerl setzen und genießen!!

Zeit für einen Perspektivenwechsel! Auf zum Platz der Revolution oder Plaza de la Revolución José Martí genannt. Hier finden regelmäßig offizielle politische Kundgebungen statt. Fidel Castro sprach hier jährlich zu besonderen Anlässen beispielsweise am 1. Mai oder am 26. Juli vor mehr als einer Million Kubanern. Der 109 Meter hohe Turm ist mit einem Aufzug befahrbar. – da mussten wir hoch und schon haben wir uns einen tollen Ausblick verschafft! 

Gegenüber dem Denkmal befindet sich das Gebäude des Innenministeriums mit einem großen Bildnis von Che Guevara und dem Spruch Hasta la Victoria Siempre (immer bis zum Sieg). Auf dem daneben stehenden Informationsministerium ist Camilo Cienfuegos mit seinem Zitat Vas bien Fidel (Fidel, du gehst recht / machst es richtig) zu sehen.

Genug Politik fürs erste! Weiter zur Kunst – hier brach übrigens kurz mal der Regen über uns herein. Aber die Abkühlung tat nicht schlecht und wenig später war auch die Sonne wieder da! Wir fuhren also zu den Werken von Jose Fuster – man nennt ihn auch den Picasso der Karibik. Er lebt immer noch in Havanna und hat es sich zur Passion gemacht nicht nur sein Haus sondern auch die der Nachbarn im Viertel zu „vermosaiken“ wir finden es cool! 

Eines fehlt uns jetzt also noch – die andere Seite des Hafens – da steht er riesengroß und mächtig – Christ of Havana. Die Statue ist zum Nationaldenkmal erklärt worden und nun knapp 60 Jahre alt. 

Das war also unsere Rundfahrt mit dem roten Flitzer und unserem Guide Carlo! Wir waren schwer beeindruckt von der Stadt und seinen vielseitigen Geschichen. 

Der Tag braucht für uns aber noch einen stimmigen Abschluss – also ab ins Floridita auf einen Daiquiri ala Ernest Hemingway und zum Buena Vista Social Club. Absolutes Pflichtprogramm, wenn ihr schon mal in Havanna seid! Die Stimmung ist einfach grandios! 

Sooo, das waren sie also unsere unzähligen Eindrücke aus Havanna! Wir können es nicht oft genug sagen – die Stadt ist der Wahnsinn! 😍😍